Pflanzenschutzhinweise vom 14.07.2026 zu Blattkrankheiten

14. Juli 2026

Diese Woche wird fast täglich die 30 °C-Marke geknackt. Die nächtliche Abkühlung liegt bei 17-20 °C. Es kann ab heute Abend zu gewitterartigen Schauern kommen.

Schosser:

Inzwischen treten erste Schossrüben in den Beständen auf. Um ein ,,Aussamen‘‘ zu verhindern sollten die Schosser jetzt möglichst vor der Fungizidbehandlung gezogen oder ausgehackt werden.

Insektizidbehandlungen Zikade – Hot-Spot-Gebiete

Die Insektizidbehandlungen gegen die Zikade sind abgeschlossen.

Insektizidbehandlungen Zikade – Übergangsregionen

Am Freitag, den 3. Juli wurde durch das DLR (Informationen für Ackerbau 24/2026 vom 03.07.2026) die Übergangsregionen zur Bekämpfung der Zikade aufgerufen. Die Ergebnisse des landesweiten Monitorings zeigen seit mehreren Wochen eine kontinuierliche Zunahme des Aufkommens der Schilfglasflügelzikade (SGFZ) in den Übergangsregionen. Insbesondere in den Landkreisen Mayen-Koblenz, Cochem-Zell, Rhein-Hunsrück-Kreis und Kusel wurden zuletzt steigende Fangzahlen festgestellt. Alle aktuellen Einzelfänge können ISIP entnommen werden.

Auf Grundlage der aktuellen Monitoringergebnisse wird die Bekämpfung der Schilfglasflügelzikade in den genannten Landkreisen ab SOFORT freigegeben.

Beachten sie stets den Aufruf mit den über Notfallzugelassen Mitteln zur Bekämpfung der Zikade im Plant Portal ,,Bekämpfungsstrategie Schilf-Glasflügelzikade 2026‘‘ und halten sie sich an die Vorgaben.

Blattkrankheiten

Die Befallswerte haben sich im Vergleich zu letzter Woche nur geringfügig geändert. Ganz vereinzelt sind Cercospora-Blattflecken zu finden, die aber teils witterungsbedingt eingetrocknet sind. Verantwortlich für diese Situation ist die trocken-heiße Witterung, bei der die Blattpilze keine günstigen Entwicklungsbedingungen vorfinden.

Wenn sich die Witterung ändert und Niederschläge fallen, dann sollte der vorhandene, wenn auch geringe, Anfangsbefall aber zu einem Anstieg der Infektion führen. Das ist letztlich auch immer vom Einzelstandort abhängig.

Die eigene Feldkontrolle ist daher für eine termingenaue Behandlung unerlässlich!

Beregnungsgebiete sollten intensiv beobachtet werden und nehmen dabei eine Sonderstellung ein. Aufgrund des feuchten Mikroklimas ist der Druck hier besonders erhöht.

Kontrollieren Sie 100 Blätter aus der mittleren Blattetage auf Befall durch Cercospora, Mehltau, Rost oder Ramularia. Bei 5 % befallener Blätter ist die Behandlungsschwelle erreicht.

 To-Do-Liste für eine erfolgreiche Behandlung

  • Erstbehandlung unmittelbar bei Erreichen der Behandlungsschwelle.
  • Zur Erstbehandlung möglichst starke Fungizide in Kombination mit Kontaktfungiziden verwenden.
  • Spritzung bei Temperaturen unter 25°C. An heißen Sommertagen in den frühen Morgenstunden (leichter Tau-Belag ist positiv) oder am späten Abend bei nicht zu hoher Temperatur spritzen.
  • Wasseraufwandmenge 300 – 400 l/ha.
  • Der Einsatz von Netzmitteln verbessert die Wirkung, vor allem bei ungünstigen Witterungsbedingungen (z.B. Dash 0,8; Kantor 0,15%ig; Break thru).
  • Keine Spritzungen bei Windgeschwindigkeiten über 5 m/s.
  • Fungizide in voller Aufwandmenge einsetzen.
  • Mittelwechsel bei Mehrfachbehandlungen.
  • Folgespritzungen nach ca. 3 Wochen bei Schwellenüberschreitung
    (15 % befallene Blätter) einplanen.
  • Behandlung erst nach einem Beregnungsgang durchführen, sonst werden Kontaktfungizide abgewaschen.

Empfehlung

Systemisches-Fungizid + Kontaktfungizid
z.B. z.B.
Propulse 1,2 l/ha Recudo 1,0 l/ha
Univoq* 1,5 l/ha Coprantol Duo/ BADGE WG 1,8 kg/ha
Panorama 0,6 l/ha Grifon SC/ Airone SC 1,8 l/ha
Maganic 0,8 l/ha
Diadem/Alonty 1,0 l/ha
Domark 1,0 l/ha

*Notfallzulassung nach Art. 53