Pflanzenschutzhinweise vom 08.05.2026 zur 3. NAK

08. Mai 2026

Es ist für den Rest der Woche sonniges Wetter gemeldet. Es wird tagsüber warm bis 24 °C, die nächtliche Abkühlung liegt bei 7 °C.

 

Bestände kontrollieren:

In den meisten Beständen steht die 3. NAK an oder ist bereits gelaufen. In den Frühsaatregionen kann teils eine 4. NAK notwendig sein.

Achten Sie auf die Anwendungshäufigkeit der Herbizide (meist 3 Anwendungen) und nehmen Sie einen Produktwechsel vor.

Die ersten Blattläuse werden auch gesichtet. Es kam aber noch nicht zur Schwellenüberschreitung. Bei Schwellenüberschreitung (30 % bei schwarzer Bohnenlaus;
10 % bei grüner Pfirsichblattlaus) erhalten sie einen Warnaufruf.

 

 Herbizidbehandlungen:

Die Bodenherbizide haben in den Gebieten mit Niederschlag günstige Bedingungen, deshalb können diese leicht erhöht werden. Bei einer normalen Verunkrautung sollten nach den Herbizidmaßnahmen ca. 3.000 g Metamitron auf der Fläche appliziert worden sein (4-5 l Goltix Gold, Metafol, etc.).

Empfehlung bei Normalverunkrautung im Keimblattstadium:

Blattaktive Komponente:     

Belvedere Duo 1,25 l/ha oder

Betanal Tandem 1,25 l/ha oder

Betasana SC 1,5 l/ha + Oblix 0,4 l/ha oder

Wizard 1,8 l/ha (EC-Formulierung à Ölzusatz, wenn ab 2. NAK)

+ Bodenherbizid:                      

Metafol SC 1,2-1,5 l/ha oder

Goltix Titan 1,7-2,0 l/ha

+ Wirkungsunterstützung:   

Access oder Mero 1,0 l/ha oder

Hasten 0,5 l/ha oder

Kantor 0,15 %ig

 

Flächen mit zu erwartendem hohen Unkrautdruck (Vogelknöterich, Kamille, Bingelkraut, Ausfallraps etc.):

Unsere Herbizidversuche bestätigen die letzten Jahre, dass der konsequente Einsatz von Venzar 500 SC zu den NAK’s zu verbesserten Wirkungsgraden in der Unkrautbekämpfung führt und einen unterstützenden Effekt der anderen Wirkstoffe zeigt. In Abhängigkeit von der Witterung sollte Venzar 500 SC mit 0,2-0,3 l/ha zu den NAK’s eingesetzt werden.

 

Zusätze bei Problemunkräutern:

Lontrel (0,1 l/ha von Lontrel 600, 80 g/ha von Lontrel 720, 0,6 l/ha von Vivendi oder 0,6 l/ha Tabara) bei Windenknöterich (im Laubblattstadium), Hundspetersilie, Kamille oder Nachtschatten.

Tanaris 0,3-0,6 l/ha oder Spectrum 0,6-0,9 l/ha ab dem 6-Blatt-Stadium der Rübe ist eine Ergänzung für Hirsestandorte. Weitere Stärken bestehen gegen Amarant, Hundspetersilie und Kamille.  Verwenden Sie Tanaris nur in Kombination mit „reinen Metamitron-Produkten“ um die zugelassene Wirkstoffmenge von 250 g Quinmerac nicht zu überschreiten.

Rinpode 0,026 l/ha kann der Tankmischung vor allem bei Auftreten von weißem Gänsefuß, Bingelkraut, Hundspetersilie zugemischt werden. Der Wirkstoff wirkt rein über das Blatt und bietet sich bei trockenen Bedingungen an, da Metamitron in den meisten Gebieten mit Trockenheit nicht voll wirkt.

 

Disteln: bei einer Wuchshöhe von 15 cm eignet sich der Einsatz von Lontrel 600 0,2 l/ha, Lontrel 720 160 g/ha, Vivendi 100 1,2 l/ha oder Tabara 1,2 l/ha.

 

Die Gräserbekämpfung sollte besonders bei bereits bestockten Pflanzen als Solo-Spritzung erfolgen. Hier sind die stärksten Produkte Select 240 EC und Focus Ultra.

Da auch die hartnäckigen Unkräuter von der NAK angegriffen werden, sollte zu Solobehandlungen (Disteln, Gräser, etc.) immer ein Abstand von min. 3-5 Tagen eingehalten werden, damit die Unkräuter genügend Wirkstoff aufnehmen.

 

Conviso-Smart-Zuckerrüben:

Die Unkrautbekämpfung im Conviso-Smart-System erfolgt nicht im Keimblattstadium der Unkräuter, sondern erst im 2-Blatt-Stadium des weißen Gänsefußes. Im Regelfall ist dieses bei wüchsiger Witterung 5 – 10 Tage nach dem Keimblattstadium erreicht. Wir empfehlen zu jeder Behandlung die zusätzliche Anwendung von Komplementärherbiziden (z.B. Betanal Tandem, Goltix Gold, etc.), um Resistenzen zu vermeiden. Die zweite Behandlung liegt ungefähr 10 – 14 d nach er ersten.