Demo „Land schafft Verbindung“ in Neustadt

19. Nov 2019

Mehr als 800 Traktoren und viele Unterstützer waren am 16. November gekommen, um in Neustadt an der Weinstraße und auf dem Hambacher Schloss ein Zeichen zu setzen. Den historischen Boden hatte die Pfalz-Gruppe der „Land schafft Verbindung“-Bewegung bewusst gewählt. Waren es doch Bauern, die das Hambacher Schloss 1832 mit einer sechstägigen Protestveranstaltung von etwa 25.000 Menschen zu einem der ersten und wichtigsten Schauplätze des Demokratiestrebens machten. Auslöser waren damals auch Repressionen der Verwaltung. Heute befürchten die Landwirte massive Einschnitte in ihr Wirtschaften durch Auflagen, die vielen Betrieben die Existenzgrundlage entziehen und noch dazu nicht die gewünschten Wirkungen erzielen.

Im Protest vereint

In Neustadt waren es an diesem Tag die Anwesenheit der Bundesagrarministerin Julia Klöckner und die Wahl des Spitzenkandidaten für die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz, was die demonstrierenden Bäuerinnen und Bauern auf den Plan rief. Die Enttäuschung und Verbitterung über das Agrarpaket und viele gesetzliche oder auch regulatorische Eingriffe rief sie alle zu dieser Großveranstaltung. Es kamen alle – Bauern und Winzer aus den verschiedensten Betriebsformen (Ackerbau, Weinbau, Gemüsebau, Tierhaltung) und aus dem weiten Umkreis. An den Fahrzeugen konnte man es erkennen. Die Einigkeit – die mehrere Politiker bei ihren Reden in Gefahr sahen – sie war selten so groß wie bei diesen Themen. Das verunsichert die etablierte Politik und schafft Aufmerksamkeit.

Dialog auf dem „grünen Teppich“

So stellte sich Julia Klöckner vor Beginn des CDU-Parteitages im Saalbau in Neustadt und der nahezu endlosen Schlepper-Demonstration den kritischen Fragen genauso wie dem Bauernverbandspräsidenten. Sie diskutierten auf dem „grünen Teppich“ umrahmt von Traktoren und Plakaten von „Land schafft Verbindung“. Einer der Organisatoren der Demonstration, Christian Deyerling, zog später als Fazit: „Man muss die Leute und die Politik mitnehmen. 99,9% Zuspruch im Laufe der Demonstration auch von den Mitbürgerinnen und Mitbürgern sind eine Ermutigung, weiter zu gehen.“ Er sei jederzeit bereit, den Leuten zu erklären, wie die Lage ist. Parteiübergreifend wäre mehr möglich an Zusammenarbeit für die Landwirtschaft, ist er der Meinung.
Doch schon am Dienstag, den 19. November brennen an über 100 Stellen für viele Gemeinden in Rheinhessen und in der Pfalz Mahnfeuer, an denen die Landwirte wie auch in Hambach „zu Tisch“ – also zum Gespräch – bitten.