Pflanzenschutzhinweise vom 12.05.2020

12. Mai 2020

Die Niederschläge vom Montag waren für alle Kulturen willkommen. Sie sollten auf den meisten Feldern ausreichen, um die spät aufgelaufenen Pflanzen an die wasserführende Bodenschicht zu bringen. Nach einem leichten Frost am Dienstag sind die kalten Tage vorbei. Für die kommenden Tage werden steigende Temperaturen gemeldet.

Derr Regen hat die bislang trockenliegenden Pillen zum Keimen gebracht.

 

Herbizidbehandlungen:

Die Empfehlungen mit Mehrfachmischungen gelten für Bestände mit Rüben ab dem 4 Blattstadium. Bestände mit einem hohen Anteil gerade auflaufender Rüben sollten mit der „Grundmischung“ behandelt werden.

Empfehlung bei Normalverunkrautung:

Betanal maxxPro 1,25 – 1,5 l/ha + Metafol SC 1,5 l/ha            oder Goltix Titan 2,0 l/ha

Zusätze bei Problemunkräutern:

Debut 25 – 30 g plus 0,25 l FHS zur oben genannten Mischung bei den Problemunkräutern Amarant, Bingelkraut, Hundspetersilie, Klettenlabkraut, Kamille, Vogelknöterich, Raps

 

Lontrel (0,1 l/ha von Lontrel 600, 80 g/ha von Lontrel 720 oder 0,6 l/ha von Vivendi) bei Hundspetersilie, Kamille oder Nachtschatten

 

Spectrum 0,3-0,45 l/ha sichert auf Hirsestandorten die Bodenwirkung ab. Spectrum ist ein Bodenherbizid, aufgelaufene Hirse wird nicht erfasst. Stehende Hirse wird bis zum 3-Blattstadium mit Debut-Tankmischungen erfasst, größere Hirse muss mit Gräserherbiziden behandelt werden.

 

Disteln: bei einer Wuchshöhe von 20 cm Einsatz von Lontrel 600 0,2 l/ha, Lontrel 720 160 g/ha oder Vivendi 100 1,2 l/ha. Abstand zu anderen Herbizidmaßnahmen ca. 3 Tage, wenn vorher Debut eingesetzt wurde 8-10 Tage.

Die Gräserbekämpfung sollte besonders bei bereits bestockten Pflanzen als Solo-Spritzung im Abstand von ca. 3 Tagen zur Unkrautbehandlung mit voller Menge eines Gräserherbizids erfolgen.

 

ACHTUNG: DMP-haltige Herbizide (Betanal maxxPro, Belvedere Extra, Betasana Trio) dürfen nur bis zum 01.Juli 2020 eingesetzt werden.

 

Schädlinge:

Der Erdfloh richtet an großen Rüben (6-8 Blätter) keinen Schaden an. Bestände mit vielen neu aufgelaufenen Pflanzen müssen weiter beobachtet werden.

 

Der Blattlausbefall hat durch den Regen und die niedrigen Temperaturen abgenommen. Es ist aber zu erwarten, dass der Besatz bei den steigenden Temperaturen wieder zunimmt.

Die Behandlungsschwelle liegt bei 10% befallene Pflanzen bei der Grünen Pfirsischblattlaus. Für die Schwarze Bohnenlaus gilt die neue Schwelle von 30% befallene Pflanzen.

Für eine erste Behandlung wird Pirimor Granulat 300 g/ha empfohlen. In Gemüse- und Obstbauregionen sind Minderwirkungen gegen die Grüne Pirsischblattlaus bekannt. Aktuell werden auch aus der Südpfalz Fälle berichtet, wo Pirimor keine ausreichende Wirkung zeigt.

Alternativ stehen Mospilan SB, Carnadine oder Danjiri 250 g bzw. ml/ha, zur Verfügung. Diese Mittel enthalten den gleichen Wirkstoff, die Anwendung ist über eine Notfallzulassung nach Artikel 53 abgedeckt.

Für Folgebehandlungen wird Teppeki, 140 g/ha empfohlen. Der Einsatz erfolgt ab dem 6 Blattstadium.

Die Insektizide sollten in der Regel solo mit 300-400 l Wasser ausgebracht werden.

Schwarze Bohnenlaus