Pflanzenschutzhinweise vom 05.05.2020

05. Mai 2020

Der angekündigte Regen fiel an Wochenende fast flächendeckend. Die Niederschlagsmengen variieren zwischen 10 und 40 mm. Glücklich wer mehr bekam. Jetzt zeigt sich ob die Lücken in den Beständen noch geschlossen werden. Die ersten Keimlinge laufen bereits auf. Für das Wochenende werden weitere Niederschläge gemeldet.

 

Herbizidbehandlungen:

Die Niederschläge helfen die Wirkung der Bodenwirkstoffe zu verstärken. Durch die bisherige Trockenheit und hohe Sonneneinstrahlung ist die Wirkung der Herbizidbehandlungen nicht immer zufriedenstellend. In diesen Fällen sollte die Folgespritzung in einem kürzeren Abstand erfolgen.

Empfehlung bei Normalverunkrautung:

Betanal maxxPro 1,25 – 1,5 l/ha + Metafol SC 1,5 l/ha            oder Goltix Titan 2,0 l/ha

Zusätze bei Problemunkräutern:

Debut 25 – 30 g plus 0,25 l FHS zur oben genannten Mischung bei den Problemunkräutern Amarant, Bingelkraut, Hundspetersilie, Klettenlabkraut, Kamille, Vogelknöterich, Raps

 

Lontrel (0,1 l/ha von Lontrel 600, 80 g/ha von Lontrel 720 oder 0,6 l/ha von Vivendi) bei Hundspetersilie, Kamille oder Nachtschatten

 

Spectrum 0,3-0,45 l/ha sichert auf Hirsestandorten die Bodenwirkung ab. Spectrum ist ein Bodenherbizid, aufgelaufene Hirse wird nicht erfasst. Stehende Hirse wird bis zum 3-Blattstadium mit Debut-Tankmischungen erfasst, größere Hirse muss mit Gräserherbiziden behandelt werden.

 

Disteln: bei einer Wuchshöhe von 20 cm Einsatz von Lontrel 600 0,2 l/ha, Lontrel 720 160 g/ha oder Vivendi 100 1,2 l/ha. Abstand zu anderen Herbizidmaßnahmen ca. 3 Tage, wenn vorher Debut eingesetzt wurde 8-10 Tage.

Die Gräserbekämpfung sollte besonders bei bereits bestockten Pflanzen als Solo-Spritzung im Abstand von ca. 3 Tagen zur Unkrautbehandlung mit voller Menge eines Gräserherbizids erfolgen.

 

Schädlinge:

Ungewöhnlich stark tritt der Erdfloh auf. Sein Schadbild – Lochfraß – ist gut zu erkennen. Behandlungen mit z.B. Shock Down 0,15 l/ha oder Karate Zeon 75 ml/ha werden bei einer geschädigten Blattfläche von 20% empfohlen. Kontrollieren Sie vor einer Behandlung, ob noch Flöhe auf den Blättern sitzen.

 

Die Monitoringdaten zeigen eine starke Zunahme des Blattlausbefalls in allen Gebieten. Der Befall kann von Feld zu Feld stark variieren, deshalb sind eigene Bestandeskontrollen unerlässlich. Die Behandlungsschwelle liegt bei 10% befallene Pflanzen bei der Grünen Pfirsischblattlaus. Für die Schwarze Bohnenlaus gilt die neue Schwelle von 30% befallene Pflanzen.

Für eine erste Behandlung wird Pirimor Granulat 300 g/ha empfohlen. Alternativ stehen Mospilan SB, Carnadine oder Danjiri 250 g bzw. ml/ha, zur Verfügung. Diese Mittel enthalten den gleichen Wirkstoff, die Anwendung ist über eine Notfallzulassung nach Artikel 53 abgedeckt.

Für eine zweite Behandlung, auf die dann speziell hingewiesen wird, sollte das Präparat Teppeki, 140 g/ha vorgesehen werden.

Die Insektizide sollten in der Regel solo ausgebracht werden.